Psychoaktive Pilze verringern Angst bei Krebspatienten
Von NL | 8.September 2010
Psilocybin, der aktive Bestandteil von psychoaktiven Pilzen, kann Angstgefühle bei Krebspatienten verringern und ihre Stimmung verbessern. Das hat ein Forscherteam vom Harbor-UCLA Medical Center http://healthsciences.ucla.edu/ nachgewiesen. Die Teilnehmer an der Studie – zwölf Krebspatienten in fortgeschrittenem Stadium – litten alle auch an Angstgefühlen.
Die Freiwilligen erhielten entweder eine Dosis Psilocybin oder eine Dosis des Vitamins Niacin. Nach einigen Wochen wurde die Behandlung zwischen den Gruppen getauscht. Während der Behandlung wurden Herzschlag, Blutdruck und Körpertemperatur überwacht. Zusätzlich wurden die Patienten hinsichtlich Depressionen, Angstgefühlen und Stimmung beurteilt.
Weniger depressiv und ängstlich
Die Teilnehmer berichteten laut NewScientist, dass sie sich zwei Wochen nach der Einnahme von Psilocybin weniger depressiv und ängstlich fühlten. Nachdem sie zwei Wochen lang nur das Vitamin erhalten hatten, trat diese Wirkung nicht ein. Sechs Monate nach der Behandlung war das Ausmaß der Depressionen bei allen Patienten deutlich geringer als zu Beginn der Studie.
Die Studienteilnehmer berichteten von leicht veränderten Bewusstseinszuständen, beklagten aber keine unangenehmen psychologischen Nebenwirkungen. Bei höheren Dosierungen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich auch die positive Wirkung verstärken sollte. Weitere Tests sind jedoch erforderlich, um die Sicherheit der Einnahme und die Wirksamkeit zu überprüfen.
Abstract der Studie in den Archives of General Psychiatry: http://archpsyc.ama-assn.org/cgi/content/abstract/archgenpsychiatry.2010.116v1
Themen: Heilpflanzen, Krebs, Medikamente, Naturheilkunde | Kein Kommentar »
Aspirin im Tierversuch giftig
Von NL | 7.September 2010
Vom 2. – 4. September fand in Linz/ Österreich der 16. Kongress zu Tierversuchsalternativen statt. Internationale Vertreter aus Industrie, Forschung und Tierschutzorganisationen berieten gemeinsam über die Weiterentwicklung dieses Forschungszweigs. Besonderes Augenmerk galt dabei dem transatlantischen Austausch zwischen Europa und den USA, der zukünftig intensiviert werden soll, um die Forschungsergebnisse zu verbessern. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte war ebenfalls vertreten, um seine Plattform für tierversuchsfreie Forschung www.invitrojobs.com vorzustellen und zu erweitern.
Es stand bei den Referenten außer Frage, dass Tierversuche auf Grund ihrer mangelnden Übertragbarkeit auf den Menschen keine Sicherheit für die Verbraucher gewährleisten können. Der renommierte Toxikologe Prof. Dr. Thomas Hartung vom Center for Alternatives to Animal Testing der Johns Hopkins Universität Baltimore (USA) wies darauf hin, dass Menschen keine 70 kg-Ratten sind und ein Medikament wie Aspirin heutzutage als hochgiftig eingestuft werden würde, da es in Versuchstieren verheerende Nebenwirkungen offenbart. Zu der Entwicklung von Testverfahren, die auf menschlichem Gewebe basieren, gäbe es daher keine Alternative.
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt solche Kongresse, von denen noch immer viel zu wenige stattfinden würden. Die bereits seit 1986 durch EU-Recht geforderte Entwicklung von tierversuchsfreien Ersatzverfahren sei nur durch ein Zusammenwirken von Wissenschaft, Industrie und Politik zu leisten. »Es ist unverzeihlich, dass auf dem Linzer Kongress im Gegensatz zu Industrieunternehmen wie beispielsweise BASF und L’Oreal weder offizielle Vertreter der Deutschen Forschungsgemeinschaft noch maßgebliche deutsche Politiker anwesend waren – obwohl bei diesen ein Kompetenzzuwachs dringend überfällig ist. Wir werten dies als Ignoranz gegenüber ihrer Verantwortung«, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes.
Um selbst zur Förderung der tierversuchsfreien Forschung beizutragen, hat der Bundesverband eine Internetplattform zur Vernetzung von Wissenschaftlern inklusive Jobbörse geschaffen. Darüber hinaus hat er der Politik ein Konzept zur Einrichtung von Lehrstühlen zu tierversuchsfreien Ersatzverfahren an Hochschulen vorgelegt.
Internetportal mit Stellenbörse: www.invitrojobs.com
Themen: Allgemein, Medikamente, Pharmaindustrie | Kein Kommentar »
Anthroposophische Medizin bei Eltern krebskranker Kinder sehr beliebt
Von NL | 6.September 2010
Studie zeigt: 96% der Anwender empfehlen diese ergänzende Therapieform
Von allen Kindern, die in Deutschland an Krebs leiden und über die Schulmedizin hinaus mit Komplementärmedizin behandelt werden, bevorzugt knapp ein Drittel (27%) den anthroposophischen Ansatz. Nach der Homöopathie ist diese Behandlung bei den Patienten die beliebteste. Das ergab eine Studie von Dr. Alfred Längler vom Zentrum für integrative Kinderonkologie am Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, einer kooperierenden Klinik der Universität Witten/Herdecke. Die Studie ist aktuell in dem hochrangigen amerikanischen Wissenschaftsjournal für Kinderonkologie “Pediatric Blood and Cancer” (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20740624) veröffentlicht.
Die Arbeitsgruppe von Dr. Längler befragte rund 1000 Eltern über die bevorzugte Therapie für ihre Kinder. Anthroposophische Arzneimittel (vor allem potenzierte pflanzliche und mineralische Heilmittel aber auch äußere Anwendungen) wählen 18 Prozent, Mistelpräparate 16 Prozent und Heileurythmie 3 Prozent. Und damit scheinen sie sehr zufrieden zu sein, denn rund 96 Prozent der befragten Eltern empfehlen anderen betroffenen Eltern diese Therapieform als Ergänzung zur Schulmedizin. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Drei Viertel (73%) der Behandlungen mit anthroposophischer Therapie wurden ärztlich verordnet, andere komplementäre Therapien nur zu einem Drittel (34,9%).
Themen: Allgemein, Heilpflanzen, Krebs, Naturheilkunde | Kein Kommentar »
« Voriger Beitrag